Liebe Mitbeter,
immer wieder erreichen mich Berichte von Predigern, die in Europa verfolgt und inhaftiert werden. Das müssen wir sehr ernst nehmen. Wir müssen allerdings auch differenzieren. Der jüngste Bericht betraf einen Pastor in Großbritannien. Er wurde vorübergehend verhaftet, weil er unter anderem den Islam kritisiert hat. Kritik am Islam wie an anderen Religionen und Weltanschauungen muß in einer Demokratie natürlich möglich sein. Und sicher muß es möglich sein, auch öffentlich die Unterschiede zwischen Christentum und z.B. Islam zu benennen.
Allerdings beschleicht mich bei derartigen Vorkommnissen immer wieder auch ein etwas ungutes Gefühl in die andere Richtung. Nun sind wir nicht dabei gewesen und können uns im letzten kein wirkliches Urteil erlauben. Wenn ich, soweit das über Internet möglich ist, da und dort aber etwas näher recherchiere, dann fällt auch auf, daß die betreffenden Prediger teils sehr provokativ aufgetreten sind. Inwieweit das für den erwähnten Fall in Großbritannien zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Er soll aber schon den Islam als „Lüge“ und „Dunkelheit“ und als „nicht wahr“ bezeichnet haben. Nun mag man das so sehen. Derartige Begriffe sind allerdings eher Wertungen als sachliche Information. Und ob es klug ist, mit derartigen Wertungen in einem Land öffentlich aufzutreten, das zunehmend islamisch beeinflußt wenn nicht sogar regiert wird – siehe islamische Politiker in einflußreichen Positionen. So gehören meines Wissens mittlerweile zum britischen Unterhaus 25 muslimische Abgeordnete. Im Kabinett von Keir Starmer befinden sich 4 Muslime, Shabana Mahmood ist Justizministerin! Und mit Sadiq Khan hat London seit 2016 einen muslimischen Bürgermeister.
Wenn ich deshalb solche Berichte lese, dann beschäftigt mich natürlich zunächst vor allem die immer mehr gefährdete Religions- und Meinungsfreiheit in Teilen Europas. Und im Grundsatz gehört meine Anteilnahme und meine Fürbitte auch den betreffenden Predigern und Pastoren. Ich frage mich zumindest teilweise aber auch: hat da manchmal auch die Klugheit und Besonnenheit gefehlt, weniger provokativ aufzutreten? Und in manchen Fällen frage ich mich auch: wurden entsprechende Personen teils auch bezahlt, um mit besonders provokativen Auftritten und Äußerungen Anlaß für bestimmte Maßnahmen zu geben, mit denen man Präzedenzfälle schaffen kann zur weiteren Einschränkung von Religions- und Meinungsfreiheit?
Wir dürfen uns einerseits nicht einschüchtern lassen im Verkündigen des Evangeliums und Eintreten für die Wahrheit. Andererseits brauchen wir aber auch Weisheit, den Feinden des Evangeliums nicht Munition und Anlaß zu liefern für restriktive Maßnahmen. Beten wir für uns und andere um diese Weisheit!
Das Thema „Frieden“ bleibt aus vielen Gründen ganz oben auf der Tagesordnung unserer Gebete. Die Münchner Sicherheitskonferenz scheint erneut gezeigt zu haben, wie viele Feinde des Friedens es auch in Europa gibt – einfach nur ungeheuerlich! Dabei fragt man nach der inneren Logik der Argumentation: da werden uns vielfach die militärischen Erfolge der Ukraine berichtet. Rußland scheint kurz vor der endgültigen Niederlage zu stehen. Noch ein paar Waffen für ein paar hundert Milliärdchen mehr und Putin ist endgültig erledigt. Und dann soll von diesem kurz vor der Niederlage stehenden Rußland eine gigantische Bedrohung für Resteuropa ausgehen! Wie aber soll ein Rußland, das von der Ukraine dank westlicher Hilfe und umfassender Sanktionen schon mehr oder weniger am Boden liegt, demnächst Europa angreifen? Ganz abgesehen von der Frage: Was Rußland von einem Angriff auf Europa hätte und ob es ernsthafte Anzeichen für eine derartige Absicht wirklich gibt.
Laßt uns darüber hinaus weiter anhalten am Gebet für die Situation in unserem Land. Ganz besonders wollen wir beten für die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8.März 2026 sowie die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz (22.3.), Sachsen-Anhalt (6.9.) und Mecklenburg- Vorpommern (20.9.). Und ebenso für die Parlamentswahlen in Ungarn am 12. April 2026. Mögen diese Wahlen dazu beitragen, die Entwicklungen in Deutschland, Ungarn und Europa zum Besseren zu wenden!…

