Leider kann ich mich immer wieder nicht des Eindrucks erwehren, daß in diesen Tagen tatsächlich nicht wenige Christen weitgehend ohne Hoffnung beten – wenn sie überhaupt beten. Mir fiel das aktuell wieder auf an den Kommentaren zur derzeitigen Auseinandersetzung zwischen Merkel und Seehofer. Gewiß dürfte hier vieles, wenn nicht alles inszeniert, sein. Wenn nicht von den unmittelbaren Kontrahenten selbst, dann wohl zumindest von den Hintergrundmächten, an deren Strippen sie hängen.
Besteht deshalb keine Hoffnung auf Besserung für unser Land? Müssen wir deshalb die Möglichkeit ausschließen und das Gebet einstellen, daß Gott uns von dieser rechtsbrecherischen Regierung befreit und uns Regierungen in Bund und Ländern schenkt, die vorrangig das Wohl des eigenen Volkes im Auge haben, wie das ihr Auftrag ist und wie sie es in ihrem Amtseid geschworen haben?
Mitnichten!!! Das betone ich mit drei Ausrufezeichen, wiewohl ich die Macht der Mächtigen im Hintergrund zumindest erahne, vermutlich nicht weniger als wir alle das tun. Wir müssen uns aber vor Augen halten, daß ein vermeintlicher „Realismus“ in sich eine gefährliche Nähe zum „Pessimismus“ enthält. Gerade als Christen haben wir überhaupt keinen Grund, bei aller realistischen Wahrnehmung der Lage, in Pessimismus abzugleiten. Als Christen wissen wir nämlich, daß die entscheidende Realität nicht die irdische, sondern die göttliche ist! Christlicher Realismus läßt sich deshalb niemals allzusehr beeindrucken von den irdischen Gegebenheiten. Denn er vertraut auf die Macht des himmlischen Vaters als oberster und letztlich alleiniger echter Realität.…

