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Die unheilvolle Problematik der Leihmutterschaft

Angesichts des unsäglichen Verhaltens des schon als Gesundheitsminister unsäglich waltenden Herrn Spahn schlugen die Wellen der Empörung hoch. Diese richtete sich zunächst vor allem gegen die offenkundige Doppelmoral dieses zweifelhaften Herrn. In Deutschland hielt er, meines Erachtens aus sehr guten Gründen, die Schranken im Blick auf Leihbabys möglichst geschlossen. Er selbst aber besorgte sich ein solches dann aus den USA. Unmoralischer geht es kaum. Aber was wollte man von diesem Herrn schon an Moral erwarten, wenn man sein Handeln als Gesundheitsminister in Erinnerung hat?!

Dabei ist die Moral dieses Herrn in der Sache selbst genau genommen das kleinste Problem. Wer denkt an die Leihmutter und an das Leihbaby? Wir wissen auch vom Komplex der Abtreibungsproblematik, wie hoch die Bindung ist, die sich in den 9 Monaten der Schwangerschaft zwischen Mutter und Kind entwickelt. Dies gilt auch, wenn das ausgetragene Kind ein fremdes Kind ist. Auch wenn diese Problematik aus politisch-korrekten Gründen heruntergespielt werden dürfte, scheint sie mir erheblich zu sein.

Dazu kommt das medizinische Problem deutlich erhöhter Schwangerschaftskomplikationen. In der Regel werden fremde Eizellen verwendet. Das bedeutet, daß das eingepflanzte Embryo im Verhältnis zum Körper der Mutter ein völliger Fremdkörper ist. Das Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung, Frühgeburt und geringeres Geburtsgewicht, sowie Einnistungsversagen und Fehlgeburt ist deutlich erhöht.

Von Seiten des Kindes besteht eine mindestens doppelte Problematik. Die Bindung, die von Seiten des Embryos zur Mutter während der Schwangerschaft entsteht, ist bei einer Leihmutterschaft genau so intensiv wie bei einer sonstigen Schwangerschaft. Der Embryo weiß ja nicht, daß die Leihmutter nicht seine leibliche Mutter ist. Und meines Wissens ist längst bekannt, wie intensiv vorgeburtliche frühkindliche Prägungen während der Schwangerschaft schon sein können.

Ein gigantisches Problem ist die der eigenen Identität. Zwar ist im Falle des Herrn Spahn bekannt, daß der Same fürs Leihbaby von seinem Partner stammt. Insoweit kennt das Kind seinen leiblichen Vater. Es ist offenbar auch bleibender Kontakt mit der Leihmutter vereinbart. Ob diese allerdings auch die Spenderin der Eizelle und damit leibliche Mutter ist oder das Kind ansonsten erfährt, wer seine leibliche Mutter ist, wurde bisher nicht bekannt. Hier schlummert in vielen Biographien eine tickende Zeitbombe. Nach meiner jahrelangen Erfahrung und Beobachtung kommen Menschen in  aller Regel nicht damit klar, wenn sie nicht wissen, wer ihre leiblichen Eltern sind. Viele mögen das verdrängen und sich dieser Tatsache nicht bewußt sein. Unterm Strich dürfte das die Lage für sie nicht besser machen. Ich habe es in mehreren Fällen hautnah erlebt, wie extrem Menschen bis ins hohe Alter darunter leiden können und möglicherweise schon in jungen Jahren daran zerbrechen und ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen.

Der allmächtige Gott hat klare biologische Grenzen gesetzt. In der Frage, wer Kinder zeugen und austragen kann ebenso wie in der Frage der Organtransplantation. Wer von Gott gesetzte Grenzen mutwillig überschreitet, schafft erhebliches und vielfältiges Unheil.

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