Darf ein Christ an Querdenken-Demos teilnehmen?

Diese Frage beschäftigt manche, insbesondere nachdem eine stark esoterische Prägung führender Leute dieser Veranstaltungen unübersehbar geworden ist und außerdem die Annahme im Raum steht, daß der Kopf der Bewegung, Michael Ballweg, selbst als Freimaurer und Illuminat auf der Seite derer stünde, die den ganzen Coronawahnsinn zu verantworten haben.

Darf ein Christ also bei Querdenkendemos mitmachen?

Ich beantworte diese Frage zunächst mit einer Gegenfrage: Darf ein Christ bei einem ungläubigen Bäcker Brötchen kaufen?

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Es geht um die Unterscheidung der verschiedenen Reiche, in denen wir als Christ leben. Als Christen gehören wir wesensmäßig ins Reich Gottes. Wir leben aber auf dieser Erde auch noch im gottlosen Reich dieser Welt, dessen Gott und Fürst Satan ist. Das wird sich erst ändern, wenn der wiedergekommene Christus selbst als König im tausendjährigen Reich auf dieser Erde herrschen wird. Bis dahin leben wir, ob es uns gefällt oder nicht, sowohl im Reich Gottes wie im Reich dieser Welt.

Für unser Verhalten in diesen beiden Reichen gelten verschiedene Grundsätze. Zwar sollen wir uns in beiden als Christen dem Wesen Gottes gemäß verhalten. Aber wir können nicht an Veranstaltungen, die zum Reich dieser Welt gehören, dieselben Maßstäbe anlegen, wie an Veranstaltungen, die ins Reich Gottes gehören.

Früher gab es auch unter Frommen hitzige Diskussionen, ob bibeltreue Christen zum Kirchentag gehen sollten.

Da war ich immer entschieden dagegen. Denn der Kirchentag erhebt den Anspruch, eine christliche Veranstaltung zu sein. Er gehört als Veranstaltung christlicher Kirchen ins Reich Gottes. An eine derartige Veranstaltung müssen wir biblische Maßstäbe anlegen. Und denen genügte der Kirchentag damals wie heute nicht!

Die Querdenkendemos dagegen gehören zunächst einmal eindeutig ins Reich dieser Welt. Menschen mit verschiedensten weltanschaulichen Hintergründen versammeln sich hier, um gegen die menschenverachtenden Coronamaßnahmen zu demonstrieren. Das ist auch aus christlicher Sicht grundsätzlich gut und richtig. Wo die Gesundheit, Freiheit und Würde des Menschen so brutal mit Füßen getreten wird, hat auch ein Christ nicht nur das Recht, sondern im Prinzip auch die geistliche Pflicht, seine Stimme kritisch zu erheben. Schließlich leben wir anders als Jesus und die Apostel vor 2000 Jahren in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat – zumindest wohl noch in der Theorie. Und Rechte, um die wir nicht kämpfen, werden wir verlieren!

Ist es deshalb falsch, das grundsätzliche Richtige zu tun, nur weil die „falschen Leute“ dabei sind?

Diese Frage ist im Grundsatz klar zu verneinen. Im Detail muß die Sache nochmals differenzierter betrachtet werden. Ich weiß von Glaubensgeschwistern, die zunächst bei Querdenkendemos mit Freude und Überzeugung dabei waren. Dann aber erschrocken wegblieben, etwa weil schon am Eingang „Energiekristalle“ verteilt wurden und immer deutlicher esoterisch-buddhistische Elemente zum Tragen kamen. In dem Maß, in dem solche Elemente nicht nur dabei sind, sondern für das Wesen und den Charakter der ganzen Veranstaltung prägend werden, verliert diese Veranstaltung ihren Charakter als rein weltliche Veranstaltung. Sie bekommt eine religiöse Dimension, die geistlich beurteilt werden muß. Dann wird es für Christen zunehmend schwierig, hier noch mitzumachen.

Von verschiedenen gläubigen Teilnehmern habe ich allerdings Rückmeldungen von der Großdemo am 29.8.2020 erhalten, wonach sie die esoterischen Elemente lediglich als Beiwerk, die Demo insgesamt mit allen Begegnungen und Gesprächen aber als sehr positiv erlebt haben. Wo das so ist, halte ich es durchaus für gut, auch als Christ dabei zu sein. Hier muß jeder seiner Erkenntnis und seinem Gewissen folgen.

Das tieferliegende Problem ist brisanter: Der Coronawahnsinn, wie zuvor schon der Genderwahnsinn, der Zuwanderungswahnsinn, der Klimawahnsinn etc. kommt ja nicht von ungefähr. Er ist aus meiner Sicht mit all seinen menschenverachtenden Folgen völlig unzweifelhaft als Teil der endzeitlichen Gerichte Gottes über eine Menschheit zu sehen, die weithin in der Auflehnung gegen Gott und seine Gebote lebt und ihm die Ehre verweigert. Das eigentliche Problem ist also nicht der Coronawahnsinn, sondern daß die Mehrheit der Menschen in der Ablehnung und Auflehnung gegenüber dem einen wahren Gott lebt. Und da sind die Esoteriker, Buddhisten etc. der Querdenkendemos, auch wenn sie auf der weltlichen Ebene das Richtige und Gute wollen, auf der geistlichen Ebene nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Diese Erkenntnis widerspricht nicht einer christlichen Teilnahme an Querdenkendemos. Sollte uns aber stetig vor Augen halten, daß diese bestenfalls die weltliche Symptomatik lindern, keinesfalls aber die geistliche Ursache der Not beheben können.

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