„Bündnis C“ die christlichere Alternative zur AfD?

Auf „Bündnis C“ wurde ich kürzlich angesprochen und habe mich daraufhin mit dieser scheinbar relativ neuen Partei befaßt. „Scheinbar“ deshalb, weil sie letztlich eine alte Partei mit neuem Namen ist, nämlich die im Jahr 1989 gegründete PBC – „Partei bibeltreuer Christen“. Diese war von Anfang an eine wesentlich pfingstlerisch geprägte Partei (https://de.wikipedia.org/wiki/Partei_Bibeltreuer_Christen), was offenkundig auch für das „neue“ Bündnis C gilt. Der ab 2007 amtierende Vorsitzende der PBC, Walter Waiblen, trat nach dem Scheitern eigener Pläne mit der PBC aus derselben aus und gründete Anfang 2008 die AUF – „Partei für Arbeit, Umwelt und Familie“. Das „neue“ Bündnis C ist schlicht der Zusammenschluß von PBC und AUF, also die wiedervereinigte PBC mit neuem Namen.

Insbesondere in einer Reihe von ethischen Fragen vertritt „Bündnis C“ gute und biblische Positionen, so z.B. bei den Themen Abtreibung, gleichgeschlechtliche Beziehungen, Stärkung der Familien und Homeschooling. Insoweit präsentiert sich Bündnis C als eine gute christliche Partei. Die Frage drängt sich allerdings auf: ist sie das wirklich?

Ich habe da so meine Zweifel. Soweit ich es wahrnehme, ist Bündnis C wesentlich geprägt von einem psychologisierten pfingstlerischen „Christentum“. Dies wird insgesamt zu einer wenig bodenständigen und vernünftigen, sondern eher schwärmerisch weltfremden Politik führen, so gut und unterstützenswert einzelne Ziele der Partei auch sein mögen. Besonders dramatisch fiel mir dies sofort auf in einem Beitrag des stellvertretenden Bundesvorsitzenden Andreas Wolff, der selbst zu einer pfingstlerischen Vineyard-Gemeinde gehört.

Im Parteimagazin „Eindruck“ Nr. 7-2017/4 schreibt er zum Thema „Mehr als nur Hoffnungsträger – Die Bibel verstehen: Ausbreitung des Reiches Gottes vs. Endzeitverfall“. Den ganzen Beitrag kann ich nur als ein ganz typisch psychologisiertes pfingstlerisches Machwerk bezeichnen. Wolff entfaltet hier die Sicht eines völlig unbiblischen Triumphalismus, der seit einiger Zeit auch als sogenannter „Dominionismus“ auftritt. Um zu sehen, womit wir es hier zu tun haben, ist der Buch „Der Griff zur Macht“ von Dr. Martin Erdmann höchst empfehlenswert: https://www.amazon.de/Griff-zur-Macht-Dominionismus-evangelikale/dp/393555897X.

Grundlage dieser völlig unbiblischen und zugleich total weltfremden Ideologie ist die Lehre „von der siegreichen Ausbreitung des Reiches Gottes“, die der 2.Bundesvorsitzende von Bündnis C, Andreas Wolff, den „negativen Aussagen zur `Endzeit´“ gegenüberstellt. Andreas Wolff behauptet „Das Reich Gottes beschreibt Jesus in seinen Gleichnissen als die dominante Realität der Weltgeschichte“. Diese Formulierung ist grob unbiblisch. Sie ignoriert völlig die Tatsache, daß Jesus selbst in Johannes 12,31 Satan als den „Fürst dieser Welt“ und Paulus in 2.Korinther 4,4 als den „Gott dieses Äons“ bezeichnet. Die dominante Realität zumindest der sichtbaren Weltgeschichte, und von der redet Wolff ganz eindeutig, ist nach dem Wort Gottes Satan! Daß dies im unsichtbaren geistlichen Bereich anders aussieht, steht auf einem anderen Blatt. Aber von dem redet Wolff nicht und das kann in politischen Zusammenhängen logischerweise auch nicht gemeint sein. Hier offenbart sich ein Grundfehler des Dominionismus, daß er zwischen dem Reich Gottes und dem Reich dieser Welt nicht wirklich unterscheidet.

In völlig unbiblischer Weise behauptet Wolff weiter, das Böse „zerfällt“ am Ende der Zeit, „es endet einfach“. Weil es nämlich, so die Meinung Wolffs, durch die Erfüllung des Missionsbefehls, wodurch dann mehr oder weniger alle Menschen auf Erden Christen geworden sind, einfach nicht mehr da ist. Totaler im Gegensatz zur offenkundigen biblischen Lehre kann man kaum stehen.

Typisch psychologisierend und suggestiv manipulierend fragt Wolff: „Die Gretchenfrage aller bibeltreuer Zukunftserwartung ist diese: Wird der Missionsauftrag gelingen?“ Was Wolff hier ganz salopp unter den Teppich kehrt, daß die Gretchenfrage keineswegs ist, ob der Missionsauftrag gelingt. Der wird selbstverständlich gelingen. Die Frage ist, ob er in der Wolffschen Mißdeutung gelingen wird. Diese lautet: „Es geht nicht darum, die Botschaft nur mündlich oder gar schriftlich zu verbreiten, sondern die Menschen aller Völker sollen `Jünger´ sein, erfolgreiche Schüler, die es gelernt haben, Jesu Lehre im Leben dauerhaft umzusetzen.“ Mit dieser Deutung, daß am Ende alle Menschen Christen sind, legt Wolff in Matthäus 28,19 etwas hinein, was man so sehen könnte, wenn Matthäus 28,19 das einzige Gotteswort wäre, das zu diesem Thema etwas sagt. Dem ist aber mitnichten so. Die Bibel redet eindeutig und vielfach von dem, was Wolff einfach ignoriert und psychologisierend wegzureden sucht: vom endzeitlichen Abfall! Das Evangelium wird im Laufe der Zeit eben nicht immer mehr Gläubige finden. Ganz im Gegenteil werden es am Ende nur noch ganz wenige wahre Christen sein. Jesus selbst stellt in Lukas 18,8 die rhetorische Frage: „Doch wenn der Sohn des Menschen kommen wird, wird er den Glauben finden auf der Erde?“ Die betonte Antwort auf eine solche rhetorische Frage ist: Nein!

Matthäus 24 zitiert Wolff in den Versen 6-14 auch, aber ignoriert die deutlichen Aussagen, die Jesus danach macht, nämlich in den Versen 22 „Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt“ und 37 „Aber wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Sohnes des Menschen … und sie erkannten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin - , so wird auch sein das Kommen des Sohnes des Menschen.“ Von weltweiter massenhafter Hinkehr der Menschen zu Jesus keine Spur. Das absolute Gegenteil sagt Jesus voraus. Einen umfassenden Abfall, der so brutal und total ist, daß diese Tage um der Auserwählten willen verkürzt werden! Daß dieser totale Abfall der Wiederkunft Jesu vorausgeht, lesen wir etwa in 2.Thessalonicher 2,3. Die widergöttlichen und bösen Mächte des Antichristen werden am Ende der Zeit so gewaltig sein, daß wir in Offenbarung 13,7 lesen: „Und es wurde ihm gegeben, mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu überwinden.“ Aber was zählen schon die Worte Jesu, wenn Wolff die gegenteilige Botschaft viel lieber ist?!!! Es dürfte nicht von ungefähr kommen, daß Wolff die Offenbarung in seinem Beitrag nur ab Kapitel 21 wirklich wahrnimmt. Die Zeit davor blendet er aus. Ganz typisch für alle schwärmerischen Triumphalisten. Aber wie soll jemand als Christ hilfreiche und notwendende Politik machen, wenn er die Zeit, in der wir leben, so katastrophal falsch, ja absolut gegenteilig zur Heiligen Schrift und zur offenkundigen Realität, einordnet?! Aus einer grottenfalschen Diagnose kann kaum eine heilsame Therapie entstehen.

Den absoluten Gipfel ungeistlichen und unbiblischen Denkens offenbart Wolff mit seiner Abschluß“argumentation“: „Welche Endzeit-Vorstellung motiviert am besten unsere Talente einzusetzen und zu vermehren? Ist es die Sicht, dass der Auftrag zur Weltmission gelingen wird oder die negative Erwartung, dass das alles sowieso nichts bringt, weil in der Endzeit die antichristlichen Mächte so stark werden? Es ist doch besser zu erwarten, dass die Erfüllung eines Auftrags möglich ist und schreitet fröhlich zur Tat, als das man den Kopf in den Sand steckt und hofft, dass alles schnell vorbeigeht“.

Die Antwort auf sein ganzes Thema holt Wolff also nicht aus der Bibel, so christlich er sich auch gibt, sondern aus der Psychologie! Für ihn gilt nicht, was Jesus sagt. Denn der sagt was total Anderes als Wolff. Für ihn gilt, was sich gut anhört und psychologisch motiviert.

Wer nicht nur so extrem schwärmerisch unbiblisch, sondern zugleich so total welt- und wirklichkeitsfremd daherschreibt, von dem kann kaum eine realitätsnahe und die Nöte unserer Zeit wendende Politik erwartet werden. Christliche Schwärmer sind in der Politik weit gefährlicher als gottlose Durchschnittsmenschen. Das betont Jesus in Lukas 16,8: „denn die Kinder der Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.“ Christliche Schwärmerei, welche die Realität und Macht des Bösen in dieser Welt verdrängt, wird in der Regel zumindest indirekt selbst zum Förderer des Bösen. In politischen Ämtern wirken christliche Schwärmer in der Regel wesentlich verheerender als halbwegs vernünftige Weltmenschen.

Die katastrophale Weltfremdheit gepaart mit hochgradigem schwärmerischem Realitätsverlust offenbart auch der Satz auf der Internetseite der Partei zur derzeitigen Invasionspolitik: „Flüchtlinge sind willkommen, aber keine Islamisierung“. Erstens wird hier völlig undifferenziert von „Flüchtlingen“ gesprochen, die willkommen geheißen werden. Wohlgemerkt nicht von politisch oder religiös Asylberechtigten. Jeder, der weshalb auch immer von wo auch immer „flieht“, wird von Bündnis C willkommen geheißen! Allein auch schon auffällig, daß im fast 20 Seiten umfassenden Papier über die Grundsätze der Partei der kurze Abschnitt über „Einwanderung, Asyl, kulturelle Verschiedenheit“ erst auf Seite 17 erscheint und in ein paar Zeilen abgehandelt wird.

Mehrfach realitätsfern ist die Formulierung in sich: „Flüchtlinge sind willkommen, aber keine Islamisierung“. Angesichts der Tatsache, daß der mit Abstand größte Teil der willkommen geheißenen „Flüchtlinge“ muslimische Männer sind, ist eine Islamisierung mit diesen vielfach sehr bewußt und kämpferisch muslimischen Männern ganz unausweichlich verbunden. Völlig unabhängig davon wird eine weitere Überflutung unseres Landes mit „Flüchtlingen“ auch ohne Islamisierung unser Land ins Chaos stürzen. Die Zunahme von Straf- und Gewalttaten aller Art ist längst himmelschreiend. Vielerorts trauen sich schon heute Frauen kaum noch auf die Straße. Der merkelsche Zuwanderungswahnsinn hat unsere Gesellschaft tiefer gespalten, als dies in der deutschen Geschichte wohl jemals der Fall war. Der soziale Frieden wurde dadurch weithin zerstört. Unsere Sozialsysteme werden zusammenbrechen. Daß der Großteil der importierten „Fachkräfte“ weder in die Gesellschaft noch in den Arbeitsmarkt integriert werden kann, hat sich längst herumgesprochen. Und wenn es nach Merkel und Co. geht, dann ist das erst der Anfang des Wahnsinns. Und Bündnis C erhebt gegen diesen Wahnsinn nicht mit Nachdruck die Stimme. Ausdruck der schon angesprochenen pfingstlerisch schwärmerischen wirklichkeitsfernen Ideologie.

Ich persönlich kann aus diesen Gründen nur dringend raten, Bündnis C nicht zu wählen. Eine Stimme für diese Partei halte ich in fast jeder Hinsicht für eine verlorene Stimme.

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